Privatkonkurs

Vor einigen Jahren hat der Gesetzgeber neben dem Insolvenzverfahren für Unternehmen auch den sogenannten „Privatkonkurs“ eingeführt, der es Privatperson ermöglicht, sich im Zuge eines solchen Verfahrens zu entschulden.

Das Verfahren wird über Antrag beim Bezirksgericht eröffnet, wobei der Antrag entweder von einem Rechtsanwalt oder den Schuldnerberatungsstellen gestellt werden kann.

Im Verfahren gibt es grundsätzlich zwei Möglichkeiten. Der Schuldner kann seinen Gläubigern den Abschluß eines Zahlungsplans anbieten. Der angebotene Betrag muß innerhalb von max. 5 Jahren bezahlt werden. Für einen solchen Zahlungsplan ist eine Quote nicht festgelegt. Dieser muß nur von den Gläubigern angenommen werden.

Scheitert der Zahlungsplan kommt es zum Abschöpfungsverfahren. Grundsätzlich müssen im Rahmen des Abschöpfungsverfahrens innerhalb von 7 Jahren zumindest eine 10 % der offenen Schulden bezahlt werden. In besonders berücksichtigungswürdigen Fällen kann dieses Erfordernis von 10 % auch herabgesetzt werden.

Wird ein Zahlungsplan rechtskräftig abgeschlossen und erfüllt, oder das Abschöpfungsverfahren entsprechend den gesetzlichen Kriterien abgewickelt, so tritt beim jeweiligen Schuldner für seine verbliebenen Schulden Restschuldbefreiung ein.